Sprachzerstörer/in

Ich bin letztens bei einem Blogpost von Fefe über dieses Firefox-Add-on gestolpert.

Soweit ich es richtig verstanden habe, filtert dieses kleine Programm Websites nach – Achtung – sprachlichen geschlechtlchen Angleichungen und löscht diese gegebenenfalls für den_die Leser_In (ich glaube, es nutzt nur die „/In“-Variante, also müsste dieser Eintrag trotzdem gegendert gelesen werden. HAH!)

Aber.. ist es wirklich notwendig, ein Programm zu schreiben, das die mühsam in den Text (und in den Kopf der schreibenden Person) eingepflanzten Gender-Anpassungen wieder rauszufiltern? Tut es so weh zu sehen, dass sich die Sprache weiterentwickelt? Das ist meines Wissens nach das häufigst genannte Argument GEGEN den Zusatz „/in“, „_In“, „*In“ etc. („Das verhunzt die deutsche Sprache!“) Dabei hat Sprache das schon immer gemacht. Sprache ist ein Prozess und entwickelt sich ständig weiter. Wär doch langweilig, wenn wir immer noch so reden würden, wie unsere Großeltern. Oder deren Großeltern. Oder Martin Luther (nicht King, der andere. Der mit den Thesen).

Wir hätten solche Worte wie Öpve nicht.

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6 Gedanken zu „Sprachzerstörer/in

  1. Krass, dass sich eine_r so daran stört, dass sie_er Zeit und Mühe in die Programmierung eines AddOns investiert. Als Programmiererin schaue ich mir das Ding gleich mal von innen an.

  2. Aber.. ist es wirklich notwendig, ein Programm zu schreiben, das die mühsam in den Text (und in den Kopf der schreibenden Person) eingepflanzten Gender-Anpassungen wieder rauszufiltern?

    Notwendig sicher nicht, aber offenbar besteht bei mindestens einer Person ausreichend Ärger darüber, so dass sie dieses Addon geschrieben hat. Laut Statistik wird es von ca. 2000 Usern benutzt, also gibt es doch einige, die sich so sehr davon genervt fühlen, dass sie sich extra ein Addon dafür installieren. Angesichts von Millionen von Internetteilnehmern allerdings ein verschwindend geringer Anteil.

    Dabei hat Sprache das schon immer gemacht. Sprache ist ein Prozess und entwickelt sich ständig weiter.

    Ich halte es durchaus für einen Unterschied, ob die Sprache sich „einfach so“ weiterentwickelt oder ob sie aus politischen Gründen weiterentwickelt wird (bzw. es wird versucht, sie weiterzuentwickeln), wobei ich die Wirkung des Letzteren ohnehin stark bezweifle.

  3. Pingback: dT ~ dieTilde { ° ° }

  4. So gendere wohlan hinaus in den Sprachdschungel, Du tapfere/r „/In“, der/die Du gewappnet bist, Dich zu messen mit dem/der ProgrammiererIn, der/die dieses teuflisch Instrument ersonnen. Da stehst Du nun und kannst nicht anders – als zu stehen Deine/n Frau/Mann. Die Lutherin jedoch (mit kleinem i!) hat Deiner nicht bedurft, um Martin (nicht King; der andere mit den Thesen) klar zu zeigen, wo in Wittenberg der Hammer hing.

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